Hantavirus-Symptome
Hantavirus-Erkrankungen verlaufen oft unspezifisch und können mit einer Grippe verwechselt werden. Frühzeitiges Erkennen rettet Leben.
Dies ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Verdacht: sofort Arzt aufsuchen.
Zwei Hauptformen
HFRS — Hämorrhagisches Fieber mit renalem Syndrom
Vor allem in Europa und Asien. Erreger: Puumala, Dobrava, Hantaan, Seoul. Letalität 0,1–15 % je nach Virustyp.
HPS — Hantavirus-Lungensyndrom
Vor allem in Nord- und Südamerika. Erreger: Sin Nombre, Andes. Letalität 30–40 %, in einigen Regionen höher.
Krankheitsphasen
Fieberphase (Tag 1–5)
Plötzliches Fieber über 38,5 °C, starke Kopf-, Rücken- und Bauchschmerzen, Übelkeit, Schüttelfrost.
Hypotensive Phase (Tag 4–6)
Blutdruckabfall, Tachykardie, Schock-Symptome. Bei HPS einsetzendes Lungenödem.
Oligurische Phase (Tag 6–8)
Stark verminderte Urinausscheidung, Nierenversagen-Anzeichen, mögliche Blutungen.
Polyurische Phase / Erholung (ab Tag 9)
Massiv erhöhte Urinmenge, langsame Erholung über Wochen. Nachsorge wichtig.
🚨 Wann sofort zum Arzt
- Hohes Fieber + Kontakt zu Nagetieren oder deren Ausscheidungen
- Atemnot, Husten, Engegefühl in der Brust
- Plötzliche Sehstörungen oder Bauchschmerzen mit Fieber
- Verminderte Urinausscheidung
- Aufenthalt in bekanntem Endemiegebiet in den letzten 6 Wochen
Übertragung
Inhalation virushaltiger Aerosole aus Nagetier-Urin, -Kot oder -Speichel. Selten durch Bisse. Mensch-zu-Mensch-Übertragung wurde bisher nur bei Andes-Virus dokumentiert.
🛡️ Prävention
- Räume mit Mäusebefall vor Reinigung gut lüften
- Niemals trocken kehren oder staubsaugen — feucht wischen mit Desinfektionsmittel
- Handschuhe und FFP2/3-Maske bei Kellern, Schuppen, Hütten
- Lebensmittel nagetiersicher lagern
- Reisen in Endemiegebiete: ärztliche Beratung vorab